10.05.2009

Manga Museum Kyoto

Für die Manga-Fans ist ein neues Reiseziel in Japan hinzugekommen: das Manga Museum in Kyoto, das 2006 seine Pforten geöffnet hat!

Untergebracht in einem ehemaligen Schulgebäude, das von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde,  wird das Mangamuseum inhaltlich von der Manga-Forschungsabteilung der Seika-Universität in Kyoto geleitet, die es seit 36 Jahren gibt. Nun ist sogar geplant, dass man ab 2013 im „Fachbereich Manga“ promovieren kann! Aber jetzt soll erst mal weiter der Bereich Manga erforscht werden, wobei die Sichtweise der Museumsleitung die ist, dass Manga nicht (wie die europäischen Comics) im eigentlichen Sinn als Kunstprodukte gesehen werden, sondern als integraler Bestandteil des japanischen Lebens, mit dem man/frau aufwächst, wobei die Manga einen „Gebrauchsgegenstand“ bilden – der wie andere Verbrauchsprodukte nach Gebrauch weggeschmissen wird. Alleine schon die billige und schnelle Produktion der Mangas in Japan unterstützt diese Sichtweise: ist ein Manga im Studio mit Assistenten innerhalb einer Woche geschrieben/gezeichnet, so benötigt die Erstellung eines Comics in Deutschland im Schnitt ein Jahr! Professionelle Mangazeichner gibt es in Japan ca. 30.000 – und nur der kleinste Teil davon kann hinreichend davon leben, während ein paar Berühmtheiten alleine schon von den Lizenzgebühren früherer Produktionen mehr als genug zum Leben haben.

Das Museum hat bis jetzt ca. 300.000 Mangabände gesammelt, wobei die ältesten Exemplare bis zu den Ukiyo-e zurückreichen. Ca. 20.000 der Bände sind ausländischer Herkunft, rund 50% davon aus den USA. Auch die Präsenzbibliothek ist gut ausgestattet, so dass die Zeit dort sehr kurzweilig wird!

Die Museumsleitung ist sehr darauf aus, die ganze Einrichtung nicht zu einer staubtrockenen Gelehrtenanstalt werden zu lassen: es finden viele Workshops statt, in denen z.B. Einführungen in das Mangazeichnen stattfinden, oder Ausstellungen und Seminare und zweimal im Monat findet auf der Wiese vor dem Museum Cosplay statt. Der Eintritt wird absichtlich neidrig gehalten (500 Yen), und das Museum ist leicht mit der U-Bahn vom Kyotoer Bahnhof aus zu erreichen.

http://www.kyotomm.jp/

9.05.2009

Takayama (高山)

Takayama in der Präfektur Gifu (als Zentrum der Region Hida auch Hida-Takayama genannt) liegt auf ca. 900m Höhe und ist ein kleines ländliches Städtchen mit 96.000 Einwohnern – die sich aber auf über 2.000 Quadratkilometern verteilen!

Von Nagoya aus kann man Takayama mit dem „Hida“-genannten Zug (schöne große Fenster) von Nagoya aus in etwas mehr als zwei Stunden erreichen; der Zug heißt deshalb so, weil er sich im landschaftlich reizvollen Tal des Hida-Flußes, das auch für seine heißen Quellen bekannt ist, langsam in die Höhe hinaufschlängelt.

Geschichtliche Zeugnisse gibt es bis zurück ins 7. Jahrhundert. Im 16. und 17. Jahrhundert regierten die Kanamori von hier aus das Han Takayama in der Provinz Hida. Aus dieser Zeit stammen viele charakteristische Gebäude, insbesondere das Takayama Jinya (高山陣屋), welches Teil des Schlosses der Kanamori war. Im 18. und 19. Jahrhundert geriet Takayama mit Statthaltern vor Ort unter direkten Einfluss des Tokugawa Shogunats. 1937 wurde die Stadt Takayama schließlich offiziell gegründet.

Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt einige. An erster Stelle steht der kleine Altstadtteil, der durch die traditionellen Holzhäuser geprägt ist – und der die Touristenattraktion schlechthin ist. Kleine Geschäfte mit Holzlackwaren, Spielzeug aus Holz und Pappmacheefiguren sowie die „saru-bobo“ genannten Stofffiguren – die schwangere Frauen und neugeborene Babys schützen sollen – spiegeln eine typische Heimindustrie wieder, die in den tief verschneiten Winter als zusätzliche Einkommensquelle genutzt wurde. Die Besonderheit der Lackwaren aus Hida ist der durchsichtige (und nicht wie sonst in Japan üblich schwarze) Lack, der benutzt wird. Im Vergleich zu den Lackwaren aus z.B. Wajima wirken diese so sehr viel rustikaler.

Takayama, das über die Kiso-Strasse auch mit den beiden kleinen ehemaligen Poststationen Magome und Tsumago an der Nakasendo-Strasse (die Tokyo und Kyoto verbindet) Kontakt hatte, und die Region Hida waren früher so arm, dass sie Steuern überwiegend nicht in Waren, sondern durch die Arbeitskraft ihrer Handwerker bezahlen mußten. Der enorme Wald- und damit Holzreichtum waren DAS Kapital der Region – und für die kunstvolle Verarbeitung dieses Rohstoffes waren die Schreiner und Zimmerleute aus Hida berühmt. Pro Jahr mußten deshalb bis zu 280 Schreiner oder Zimmerleute in ferne Landesteile ziehen und dort für den Shogun, den Kaiser oder Klöster arbeiten.

Im Osten der Stadt liegt – wie in Kyoto, und deshalb auch so benannt – „Higashiyama“, ein Viertel, das wie in Kyoto durch Tempelbauten beherrscht wird. Dort liegt auch die Jugendherberge Tensoji, die gleichzeitig ein Tempel ist. In den umliegenden Tempeln kann man auch an Erfahrung in „Zazen“ sammeln – wenn man gewillt ist, früh aufzustehen und ein bisschen Japanisch kann!

Erwähnenswert ist auch das „Hida-mura“ – ein Freilichtmuseum mit alten Bauernhäusern aus der Region, in denen wie in alten Zeiten ein Feuerchen vor sich hin glüht und gelegentlich ältere Freiwillige Strohsandeln anfertigen wie früher üblich. Vom Bahnhof aus kommt man mit dem Bus dorthin; es gibt ein „seto-ken“, eine kombinierte Eintritts- und Buskarte für 900 Yen.

Zweimal im Jahr – im April und Oktober – ist Takayama überfüllt, weil dann das „Sanno Matsuri“ im Frühjahr und das etwas kleinere „Hachiman matsuri“ im Herbst abgehalten werden.  Prächtige Festwagen (fantastische Lackarbeiten!), die sonst in speziellen „Graragen“ im Stadtzentrum untergebracht sind, werden dann durch die Strassen gezogen, dazwischen Musikantengruppen und Tänzer. Bekannt sind auch die Festwagen, auf denen Marionetten angebracht sind und ihre Kunststückchen vorführen – gesteuert über lange Züge aus dem Wageninneren. Ohne frühzeitige Buchung für eine Übernachtung findet man kein freies Plätzchen mehr!

In der „Yatai Kaikan“ kann man sich einige Festwagen auch außerhalb der Festzeiten ansehen.

Neben dem Takayama-Jinya, dem ehemaligen Verwaltungssitz (und früheren Ort des Schlosses) ist noch die „Shishi Kaikan“ erwähnenswert mit ihrer Sammlung von Löwenmasken für die Tänze bei Festen. Aber ganz besonders möchte ich den Besuch eines kleinen Museums ans Herzen legen, das oft übersehen und in vielen Führern nicht einmal aufegführt wird: das Inro-Museum (Inro Bijitsukan). Ein kleiner Bau, ein ehemaliges Lagerhaus (kura), das heute mehr als 300 der schönsten Inros beherbergt. Inros sind kleine, häufig kunstvollst gearbeitete Behältnisse für Kräuter, Medizin oder Siegel, die mit einer Schnur um den Gürtel befestigt wurden. Am Ende der Schnur (um das Verlieren zu verhindern) ist eine kleine Figur, die Netsuke genannt wird – auch diese häufig Meisterwerke der Schnitzkunst und aus den verschiedensten Materialien. Leider ist die Beschriftung – wie in den meisten kleineren Museen – nur in Japanisch, aber der Anblick alleine spricht schon für sich!

Das vielleicht auffalendste Gebäude Takayamas ist ein gigantischer Tempel derr „Makihari“-Sekte („wahres Licht“), die 1959 ins Leben gerufen wurde und heute viele Anhänger hat. Wie ein Weltraumschiff, das sich verirrt hat, liegt es auf einem Hügel vor der Stadt…

Umgekehrt geht der Blick vom Hida-mura über das weite Tal, in dem Takayama liegt, bei gutem Wetter bis zu den nördlichen Alpen, die mit ihren schneebedeckten Bergen und Höhen bis zu 3.200m eine reizvolle Kulisse bilden.

8.05.2009

Inlandsflüge

Inlandsflüge in Japan sind – bei der Ausdehnung des Landes – manchmal die schnellste Variante, will man längere Strecken im Land zurücklegen. So bietet es sich häufig an nach Hokkaido zumindest eine Strecke zu fliegen (die Zugfahrt dauert ca. 10 Stunden); gleiches gilt natürlich auch für einen Besuch Okinawas oder der Yaeyama-Inseln noch weiter südlich. Die Okinawa-Inseln kann man mit dem Flugzeug ab Tokyo in ca. drei Stunden erreichen, ab Kansai Airport in zweieinhalb Stunden (bis Naha; will man dann weiter auf die Yaeyama-Inseln nach Ishigaki oder nach Miyakojima, muss man häufig einen Anschlußflug nehmen).

Seit 2003 gibt es vom japanischen Ministerium für Verkehr und Tourismus eine Kampagne, um mehr ausländische Touristen nach Japan zu bringen und die Zahl dieser auf 10 Millionen bis 2010 zu erhöhen. In diesem Rahmen und unter dem Motto „Yokoso Japan“ bieten zwei der großen japanischen Fluggesellschaften Coupons für Inlandsflüge an, die sehr günstig sind – z.B. kann man einen Direktflug von Tokyo Haneda nach Naha auf Okinawa mit einem Coupen fliegen, der lediglich 10.000 Yen + Steuern kostet – und das ist SEHR günstig! Ein normaler Flug nach Sapporo kostet normal schon ca. 18.000 Yen – und das ist nur die halbe Strecke!

Diese Coupons kann man mit jedem gültigen regulären Flugticket von Deutschland nach Japan erwerben, es müssen keine Flugtickets der beiden Fluggesellschaften JAL oder ANA sein. Den ersten Inlandsflug muß man festlegen, alle weiteren Inlandsflüge sind dann gegebenenfalls auch umbuchbar (siehe auch unten).

Bis wann diese Aktion läuft ist noch nicht klar, aber sie wurde bisher immer wieder verlängert – und da Japan ehrgeizig ist und inzwischen sogar 20 Millionen ausländische Gäste anziehen möchte, wird sie wohl noch eine Weile weiterexistieren!

Das Flugnetz in Japan ist sehr dicht und genauso zuverlässig (außer in der Taifunzeit) wie das Eisenbahnnetz.

Oneworld Yokoso Visit Japan Airpass

Pro. Person (ab 3Jahre Alt)

1 Coupon

10,000YEN + TAX

2 Coupons

20,000YEN + TAX

3 Coupons

30,000YEN + TAX

4 Coupons

40,000YEN + TAX

5 Coupons

50,000YEN + TAX

Bemerkung

Alter

Kinder bis 2 Jahre : Kostenlos

Min. – Max.

ab 1 Coupon bis 5 Coupons

Flug

JL/JC/NU

Servicegebühr

zzgl. 30EUR

Freigepäck

Bis 20 Kg

Nicht
anwendbare Zeit

20. Dezember 2008 – 04. Januar 2009

Gültigkeit

Innerhalb 60 Tage nach Antritt der ersten Strecke

Erstattungsgebühr

Storno nach Ausstellung: 5.000 YEN

Umbuchung

Nicht möglich für die erste Strecke, aber Datum und Abflugzeit für die folgenden Strecken können umgebucht werden.

Sonstiges

*Der ständige Wohnsitz muss sich außerhalb Japan befinden.
*Der Yokoso Visit Japan Airpass ist nur gültig in Kombination mit einem Internationalen Hin- & Rückflug Ticket von einem der Oneworld Mitglieder.
*Das Yokoso Visit Japan Airpass können Sie nur außerhalb Japans kaufen.

Star Alliance Japan Airpass

Pro. Person (ab 3Jahre Alt)

1 Coupon

11,000YEN + TAX

2 Coupons

22,000YEN + TAX

3Coupons

33,000YEN + TAX

4Coupons

44,000YEN + TAX

5Coupons

55,000YEN + TAX


Bemerkung

Alter

Kinder bis 2 Jahre : Kostenlos

Min. – Max.

ab 1 Coupon bis 5 Coupons

Flug

AC/BD/JK/JP/KF/LH/LO/LX/NH/NZ/OS/OU/OZ/SA/SK/SQ/TG/TP/UA/US/EL/  Flüge

Servicegebühr

zzgl. 30EUR

Freigepäck

Bis 20 Kg

Nicht
anwendbare Zeit

19.Dezember 2008 – 05.Januar 2009

Gültigkeit

Innerhalb 60 Tage nach Antritt der ersten Strecke

Umbuchung

Nicht möglich für die erste Strecke, aber Datum und Abflugzeit für die folgenden Strecken können umgebucht werden.

Sonstiges

*Der ständige Wohnsitz muss sich außerhalb Japan befinden.
*Der Star Alliance Japan Airpass ist nur gültig in Kombination mit einem Internationalen Hin- & Rückflug Ticket von einer Fluggesellschaft der Star Alliance Members.
*Das Star Alliance Japan Airpass können Sie nur außerhalb Japans kaufen.

Linienplan ANA

Star Alliance Mitglieder

7.05.2009

Eisenbahn in Japan

Bahnfahren in Japan ist ein Vergnügen – entweder mit dem superschnellen Shinkansen, aber auch mit den gemütlichen Bummelzügen über Land. Die Shinkansen-Züge (auch die zweite Klasse) ist wesentlich bequemer als der ICE in Deutschland, und allen Zügen in Japan ist (Ausnahme: Erdbeben, Taifun oder Selbstmord…) eines gemeinsam: sie sind PÜNKTLICH! Wurde man in Japan von der JR ( = Japan Railway) so verwöhnt, erscheint einem danach das deutsche Zugsystem noch betulicher und unzuverlässiger. Natürlich ist es richtig, dass die japanischen Shinkansen-Züge ein eigenes Schienennetz haben – aber trotzdem…

Die billigste und bequemste Art in Japan zu reisen ist mit der Bahn, weshalb die allermeisten Besucher den Railway-Pass benutzen, den man für eine, zwei oder drei Wochen erstehen kann (Preise unter

http://www.hotei-japan-reisen.de/reiseinfos_railpass.php). Außerdem gibt es noch diverse regionale Päße wie den Kansai Thru Pass oder den Kyushu Railpass, die nur an einer bestimmten Anzahl von Tagen gültig sind.Für Eisenbahnfans ist Japan auch deshalb ein Erlebnis, weil es so undendliche viele Zugmodelle gibt – jede regionale Gesellschaft (obwohl es eigentlich nur JR West und JR East gibt) hat eigene Züge, zum Teil mit phantastischen Panoramafenstern.

Ein ganz eigenes Thema sind die Beschäftigten der JR: in den Waggon hineinkommen, sich verbeugen, entschuldigen, dass sie stören, nach der Kontrolle beim Hinausgehen aus dem Waggon wieder verbeugen – ebenso wie die zahllosen Getränke- und Bento-Boxen-Verkäuferinnen. Sie trage ihren Teil dazu bei, dass man in Japan nie verdursten oder verhungern kann.

In einigen sehr ländlichen Gebieten ist es sehr umständlich und langwierig, mit dem Zug zu fahren – so es überhaupt einen gibt. Dies gilt z.B. für das Innere der Inseln Shikoku, Kyushu und Hokkaido, aber selbst abseits der Haupt-Shinkansenachse Sendai – Tokyo – Osaka – Hiroshima – Hakata kann es zeitaufwenidg und schwierig werden. Eine große Erleichterung für den nicht-japanisch sprechenden Reisenden: alle Bahnhöfe haben auch lateinische Beschriftung, und die Schilder zeigen immer die Namen des vorherigen und nächsten Bahnhofs an.

Noch ein paar Zusätze:

in Japan haben fast alle Züge Namen

beim Hineingehen- UND beim Verlassen des Bahnhofs muß man den Railpass vorzeigen

die Shinkansen-Bahnhöfe sind Bahnhöfe IM normalen JR Bahnhof – man muß auch dort beim Hinein- und Herausgehen den Railpass noch einmal zeigen

alle Bahnhöfe haben an den Ein-und Ausgängen Sperren, in die man die normalen Tickets hineinstecken muß, aber mit dem Railpass immer an der Seite durchgehen, wo ein Mitarbeiter der JR ist und ihm den Railpass zeigen

Sie können mit dem Railpass Ihre Shinkansen- und teilweise Ltd. Express- Züge reservieren, normalerweise drei Strecken im voraus.

Es ist beim Shinkansen gut, im hinteren Waggonteil einzusteigen, weil man dann häufig hinter die letzte Sitzreihe das Gepäck stellen kann

Wenn bei Shinkansenverbindungen die Umsteigezeiten sehr kurz wirken, so fährt der nächste Zug vom gleichen Gleis oder Bahnsteig ab

Beim Einsteigen in Non-reserved oder Reserved Waggons einsteigen

Auf jedem Bahnsteig sind Markierungen die anzeigen, wo welcher Wagon hält (abhängig von Zugtyp und Waggonanzahl)

Neben der JR gibt es noch diverse eigenständige Bahngesellschaften, die überwiegend die ländlichen Regionen bedienen (z.B. die Kintetsu Gesellschaft auf der Kii-Halbinsel), die man nicht mit dem JR-Railpass benutzen kann – man muss extra Tickets kaufen. Aber auch in diesen Gebieten gibt es – wie z.B. auf der Izu-Halbinsel – Sonderangebote, in dem Fall den „Izu Dream Pass“, mit dem man Bahn und Bus sowie eine Fähre dann drei Tage benutzen kann.

Wem würde der Name Tadao Ando nichts sagen? Der japanische selfmade-Star-Architekt, der einmal Profiboxer war, nie studierte und 1969 sich mit „Tadao Ando Architect & Associates“ in Osaka selbständig machte, gehört zur Weltelite.  Und baute seit 1969 unzählige berühmt gewordene Gebäude. Minimalismus – und als Arbeitsmaterial Sichtbeton, dessen Schaltafeln nach Tatamimatten bemessen sind – bestimmen sein Werk. Beton, Holz, Licht, Rau und Natur werden in einzigartiger Weise kombiniert.

Eines seiner Projekte befindet sich auf Naoshima, einer winzigen Insel in der japanischen Binnensee in der Nähe von dem kleinen Hafen Uno (nächst größere Stadt ist Okayama).  Schon bei der Einfahrt in den Hafen begrüt einen Kunst, die heute zum DEM Anziehungspunkt der Insel überhaupt geworden ist.

Die Anlagen in Naoshima wurden sukzessive erweitert. Startpunkt war das Naoshima Contemporary Art Museum, 1992 von Ando erbaut, das heute Benesse House heißt. Benesse ist der Name eines japanischen Verlages mit Schwerpunkt Erziehung, der nicht nur das Benesse House finanzierte, sondern auch aktiv Erziehung organisiert – Naoshima war zuerst der Treffpunkt für ein internationales Kinderlager!.

Zu dem Museum kam später ein Hotel, das mit seinem Design unschwer auch Ando zuzuordnen ist. Und ein dritter Bau, das Oval, gehört noch zu dieser Anlage – eine ovale Struktur auf einem Hügel, deren sechs Zimmern einen fantastischen Blick über die Binnensee bieten (aber auch vom „normalen“ Hotel aus bietet sich ein herrlicher Blick!).

Auf den Freiflächen der gesamten Anlage sind Kunstinstallationen verschiedener Künstler aufgestellt.

Beim geruhsamen Spaziergang am Meer erfreuen nicht nur diese das Auge, sondern auch die gegenüberliegende Küste der Insel Shikoku.

Nachts – und dann vielleicht auch noch bei Vollmond – leuchten die Lichter von dort herüber, aber auch die Positionslichter der unendelichen Kette von Schiffen, die die japanische Binnensee nachts wie auf einer Autobahn durchqueren.

2004 wurde ein weiteres Museum in Nähe der Anlage von Tadao Ando errichtet: das Chichu Art Museum. Die Innenräume wurden von drei verschiedenen Künstlern mitgestaltet, so dass jeder Raum eine ganz eigene Atmosphäre entwickelt.

Aber auch damit ist es noch nicht genug: im kleinen Ort Honmura wurden traditionelle kleine Fischerhäuser zu Kunstobjekten umgestaltet – unter dem Namen „Art house project“ können diese alle besichtigt werden.

Alleine schon beim Betreten des Benesse House Hotels gelangt man in eine andere Welt, in der Architektur, Kunst und Natur auf eine einmalige Weise miteinander verbunden wurden.  Egal ob vom Hotel aus oder den Museen ist der Blick fast immer auf die Landschaft möglich, die gleichzeitig umgekehrt die Anlagen selbst in sich aufnimmt – und wo keine der beiden Welten die andere übermäßig dominiert, sondern ein fühlbarer Einklang hergestellt wird.

Man verzeihe mir wenn ich ins Schwärmen gerate, aber eine solche Erfahrung ist nur an wenigen Orten der Welt möglich!

Die Anreise ist denkbar einfach: von Okayama fährt man ca. eine Stunde mit dem Zug (oder Bus) in das Hafenstädtchen Uno, wo der Fähranleger sich direkt gegenüber des Bahnhofs befindet. Bei manchen Zügen muß man in Chayamachi einmal umsteigen.

Mit der Fähre (280 Yen pro Strecke) braucht man ungefähr 15 Minuten bis zur Insel. Am Anleger wartet dann schon der kleine Bus des Benesse House und bringt die Gäste, die dort gebucht haben, die rund drei Kilometer bis zum Hotel, in dessen Nähe sich alle beschriebenen Anlagen befinden. Das Benesse House hat keine Einzelzimmer, die Übernachtungen liegen bei ca. 280 bis 350 Euro/Doppelzimmer. Die Insel Naoshima habe ich auch in meine Japan kompakt-Reise eingebaut – nur eigentlich müßte man viel mehr Zeit dort haben!

http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_kompakt.php

 

Eigentlich ist das Städtchen Tōno (nach Zusammenlegungen knapp über 30.000 Einwohner) in der Iwate-Präfektur (Tōhoku, Nordhonshū) auch den meisten Japanern nur bekannt als Synomyn für Legenden: Yanagita Kunio veröffentlichte 1910 sozusagen die erste japanische „Oral history“, eine Sammlung überwiegend mündlich überlieferter Legenden aus der Gegend um Tōno, die für ihre Pferdezucht bekannt war.

Geschildert werden u.a. die „Kappa“, kleine, an und in Gewässern lebende Kobolde, die in einer Delle im Kopf immer Wasser mit sich führen müssen, um ihre Kräfte zu behalten. Sollte man einem solchen begegnen gilt es eine simple Regel zu beachten, damit sie einem nicht die Innereien aus dem Anus saugen (Kappas in böser Form) – man muß sich verbeugen, weil die kleinen Wesen in ihrem Ökosystem strikt auf Hierarchien achten und Höflichkeit hochschätzen. Indem sie auf die Verbeugung durch eine Erwiderung antworten, verlieren sie ihren Wasservorrat in der Kopfdelle und müssen eiligst wieder zum Tümpel, um ihre Kräfte aufzufrischen. Aber sie haben auch freundliche Seiten und halfen der Legende nach einem Priester in der Nähe von Tōno, den Brand seines Tempels zu löschen…

Heute noch sieht man an Wasserläufen Hinweisschilder mit Kappas drauf, die Kinder vor den Gefahren des Wasser warnen sollen oder sie auffordern, diese sauber zu halten.

Die traditionellen Häuser in der Gegend heißen „Magariya“, weil sie L-förmig sind und unter einem Dach den Pferdestall wie auch die Behausungen beherbergen. Mehrere solcher Häuser kann man besichtigen, zum Beispiel den „Denschō-en“, ein kleines Freilichtmuseum ca. 4 km vom Hauptbahnhof Tōnos entfernt.

 

Dieses alte Bauernhaus ist auch noch in einer weiteren Hinsicht interessant: es hat einen Raum, der der Verehrung von Oshira-sama gewidmet ist, eine lokale Religion, in der ein junges Mädchen und ein Pferd vergöttlicht wurden. Die Ursprungsgeschichte kurzgefasst: das Mädchen liebte ein Pferd ihres Vaters, der darüber so entsetzt war, dass er das Pferd an einem Baum aufknüpfte. Als er dann aber sah, wie sich das Mädchen aus Verzweiflung an den Hals des Pferdes hing, schlug er dem Pferd den Kopf ab – und Mädchen und Pferd verschwanden gemeinsam gen Himmel und werden seitdem als Schutzgötter der Pferde und als Fruchtbarkeitsgötter verehrt. Die Holzfiguren von beiden, die mit Kleidern angezogen werden und an die häufig Zettel mit Wünschen geheftet werden, dienen aber auch als Hilfsmittel bei schamanistischen Sitzungen, um Kontakt mit Verstorbenen herzustellen.

 

Gleich in der Nähe Denshō-en befindet sich auch noch der „Kappa-buchi“, ein kleines Gewässer neben einem buddhistischen Tempel, in und an dem herum natürlich auch schon Kappas gesichtet wurden. Dort kommen auch schon Busweise Kindern hin, um mit doch leicht unsicherem Gefühl dann den kleinen Schrein für die Kappas zu besuchen. Wer weiß, ob nicht doch ein Kappa auftaucht!

 

Das schöne an Tōno ist die ländliche Umgebung, die man am betsen mit einem Fahrrad erkundet. Tōno liegt in einem Tal, und die meisten der Besichtigungspunkte sind ohne Probleme zu erreichen. Für die Anfahrt mit dem Fahrrad und der Besichtigung des Denschō-en und des Kappa-buchi braucht man – inklusive Mittagsessenspause – ca. 5 Std., wenn man es gemütlich angeht. Schön ist es, wenn man mehr Zeit hat, denn in der Nähe gibt es – außer der schönen Landschaft, auch Tabakanbau kann man entdecken – versteckte Kleinode. Eines möchte ich hier noch vorstellen: den Yamasaki Konseisama Schrein,  in dem ein Gott in Form eines Phallus verehrt wird, der nicht nur Kinderwunsch erfüllen soll, sondern auch für leichte Geburt und reiche Ernte sorgen soll. Der Phalluskult ist in ländlichen Gegenden Japans weit verbreitet (z.B. Hōnen Matsuri, Tagata Jinja-Fest, 05. März) , aber wenn man eben nicht auf dem Land unterwegs ist, bekommt man davon nichts mit.

 

Wenn Sie diesen Ort gerne einmal besuchen möchten, so können Sie meine „Japan für Fortgeschrittene“-Reise buchen; schauen Sie doch mal auf die Reise unter

http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_fortgeschrittene.php

 

Krater des Karakuni-dake mit Blick auf Ebinokōgen (noch hinter der Bergwand, links vom See und das Tal von Kōbayashi

 

Der Kirishima-Nationalpark ist ein landschaftlich wunderschöner, leider mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur etwas schwierig zu erreichender Park im Süden von Kyūshū. Von den Gipfeln, die man am besten von Ebinokōgen besteigen kann, hat man bei schönem Wetter eine fantastische Aussicht, gen Norden bis zum Aso-Vulkan, gen Süden über die Bucht von Kagoshima zum Sakurajima-Vulkan, der sich fast kreisrund aus der Kagoshima-Bucht erhebt, wie auf dem folgenden Bild andeutungsweise zu erkennen ist:

Es gibt zwei Möglichkeiten, nach Ebinokōgen, dem Ausgangspunkt der Vulkanwanderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Die eine ist über Miyazaki – ab Miyazaki mit einem Bus (oder dem Zug, ca. eineinhalb Stunden) bis Kōbayashi, und mit einem Bus weiter bis Ebinokōgen. Ab Kōbayashi braucht der Bus ca. 50 Minuten bis in das Hochtal von Ebinokōgen, wo man drei, vier Übernachtungsmöglichkeiten findet (u.a. auch einen Campingplatz). In Ebinokōgen ist man dann schon auf etwas über 900m Höhe.

Die zweite Möglichkeit der Anreise ist ab Kagoshima mit dem Zug bis Kirishima-jingu, von dort mit dem Bus weiter bis Takachihogawara/Ebinokōgen. Ein Problem früher war, dass die Grenze zwischen der Kagoshima- und Miyazaki-Präfektur genau zwischen Ebinokōgen und Kirishima-Jingu verläuft, weshalb es praktisch keinen „grenzüberschreitenden“ Busverkehr gab. Aber inzwischen gibt es zumindest auch Busse von Takachihogawara nach Ebinokōgen, wobei die (je nach Schrittgeschwindigkeit) ca. 6-stündige Vulkanwanderung am Besten in Ebinokōgen begonnen wird und man am Ende von Takachihogawara aus dann mit dem Bus wieder dorthin zurück fahrt. Man sollte also dort zwei Nächte bleiben.

Blick auf den Karakuni-dake vom Shinmoe-dake ausIch bin meistens so gegen halb neun von Ebinokōgen losgelaufen – wobei man gleich mit dem längsten Aufstieg beginnt, der aber zu dieser Tageszeit noch bequem zu machen ist. Noch knallt die Sonne nicht so und die Temperaturen sind angenehm. Für die 800m Höhenunterschied braucht man etwas eineinhalb Stunden und erreicht sann gegen 11 Uhr den Gipfel des Karakuni-dake.

Vom Karakuni-dake geht es hinunter in eine Senke, bevor der Aufstieg zum Shishiko-dake beginnt (1.428m),
 

 

wobei der Anstieg aber nur ca. 200 Höhenmeter beträgt. Für den Ab- und Aufstieg braucht man ca. 40 Minuten. Zwei weitere Ab- und Aufstiege folgen: zuerst zum Shinmoe-dake (1.421m, ca. 40 Min.), dann zum Nakadake (1.354m, ca. eine Stunde).Schon im Mai sticht die Sonne erbarmungslos – man sollte unbedingt eine Kopfbedeckung haben, da es praktisch keinen Schatten gibt, und gute Wanderschuhe, da z.B. der Abstieg vom Karakuni-dake stellenweise über ein Lavageröllfeld geht und anschließend in einem Bachbett hinunter (das nach Regen zur Rutschbahn wird).

 
 

 

 

 

Für den Abstieg vom Naka-dake nach Takachihogawara benötig man ca. eine Stunde; er ist an manchen Stellen etwas steil, und der letzte Teil durch einen angelegten Park anstrengend wegen lauf-unfreundlichen Pflasterung.

 Wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, ist man – je nach Jahreszeit – nicht unbedingt alleine. Zur Zeit der Schulausflüge (im Mai z.B.) begegnet man ganzen Schulklassen, die zumindest von Takachiho aus auf den Naka-dake steigen.   

 

 

 

 

Das nächste Bild zeigt den Takachiho-mine, ein Berg, auf den man nur von Besucherzentrum in Takachihogawara aus steigen kann.

 

Dieser Berg war früher Ziel vieler Pilger, da auf dem Gipfel ein kleiner Schrein steht. Der Berg wird als Heiligtum verehrt, weil die Legende erzählt, dass Ninigi-no-Mikoto, Enkel der Sonnengöttin Amaterasu, dort auf die Erde herabstieg. Ninigi’s Urgroßenkel wurde unter dem Namen Jimmu der erste Kaiser Japans. Der heutige Kirishima-Hauptschrein, in dem Ninigi-no-Mikoto verehrt wird und der zu Füßen des Berges liegt, ist sozusagen vom Berg immer weiter nach unten verlegt worden; während der erste, ursprüngliche Schrein aus  dem sechsten Jahrhundert noch auf dem Berg lag, lag der zweite schon in Takachihogawara, und der heutige Hauptschrein erst seit 1715 an seiner jetzigen Stelle. 

Kommt man am frühen Nachmittag aus Kōbayashi in Ebinokōgen an, kann man vor dem Abendessen einen sehr schönen kleinen Spaziergang (ca. 2 Stunden) um drei kleinere Vulkanseen herum machen. Hat man Glück und erwischt die Herbstzeit,  können sich einem solch fantastischen Aussichten bieten:

 

 

 

 

 Um die Seen herum und im Hochtal sieht man viele Rotzedern, die auch im Nebel und im Schnee eine gespenstische Atmosphäre schaffen. Nach der Wanderung ist es ein unbeschreiblich gutes Gefühl, erst einmal in dem heißen Wasser des japanischen Bades zu versinken!

 Die kleine Karte am Ende – gescannt und etwas schlecht zu lesen – gibt einen groben Überblick über die geographischen Verhältnisse.

 

 Die Wanderung in Kirishima ist im Moment nicht in meine Reisen eingebaut – aber wenn Sie Interesse an Kyūshū und Okinawa haben sollten, schauen Sie doch einmal unter

http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_kyushu.php

Sowohl Nikkō als auch der Chūzenji See und die oberhalb von ihm gelegene Hochmoorebene Senjōgahara sind Teil des Nikkō-Nationalparks. Besonders zur Herbstzeit sind der Chūzenji See und Senjōgahara landschaftlich außerordentlich schöne Reiseziele. Um sich in Nikkō den berühmten Tōshōgū-Schrein und die dazugehörigen Anlagen anzusehen und eine ca. 4-stündige Wanderung durch das Hochmoor zu machen benötigt man zwei Tage Zeit – ein schöner Ausflug von Tōykō aus! Man sollte aber bedenken, dass gerade zur Zeit der Herbstfärbung sich auch viele japanische Touristen auf den Weg dorthin machen und sich rechtzeitig eine Übernachtungsmöglichkeit in Nikkō suchen.

Am ersten Tag fährt man von Tōkyō aus nach Nikkō, so dass man am späten Vormittag dort ankommt; nach dem einchecken sollte man sich gleich auf den Weg zum Tōshōgū-Schrein machen, denn die Anlage schließt sehr früh (15 Uhr 30).

Hier soll es jetzt aber nur um den zweiten Tag gehen: einen Ausflug zum Chūzenji See mit einer Wanderung durch das Hochmoor der Senjōgahara-Ebene.

Zuerst einmal: man fährt mit dem Bus ab der Tōbu-Nikkō-Bahnstation zum Yumoto-Onsen (Vorsicht: einige Busse fahren nur bis zum Chūzenji See!) Man sollte früh fahren (gegen acht Uhr, halb neun) und am Bahnhof einsteigen, da die Busse häufig sehr voll werden und man beim späteren Einsteigen keinen Sitzplatz mehr bekommt. Die Fahrt bis zum Yumoto-Onsen dauert etwa eineinhalb Stunden und führt von ca. 500m über Meereshöhe bis auf ca. 1.400m hinauf – über 48 Haarnadelkurven (Irohazaka) erst zum Chūzenji See (1.269 m), dann am See entlang und weiter hinauf zum Onsen.

Dort beginnt die Wanderung. Von der Endhaltestelle läuft man zu dem kleinen See, den man schon vom Bus aus sieht, den Yūnoko zurück. Man sollte ihn rechts herum umlaufen (viel schöner als links herum an der nahe gelegenen Straße). Nach ca. 30 Minuten kommt man an den ersten von drei Wasserfällen, den Yudaki-Wasserfall, der ca. 70m in die Tiefe stürzt.

Von der Straße (auf die man nach der Umrundung kurz stößt) geht es hinuter zum Fuß des Wasserfalls und wie man sehen kann, ist man nicht ganz allein…

Von dort führt der Weg (ausgeschildert) durch das eigentliche Senjōgahara-Hochmoor, häufig auf Holzbohlen.

Das Senjōgahara ist ein über 400 Hektar großes Sumpfgebiet, das etwa 1400 Meter über dem Meeresspiegel. Das Gebiet wird von mehreren Bergen (Nantai, Taro, Sannoboushi, Mitsudake, und so weiter) umringt. Unterwegs sieht man Lärchen, Ulmen und Birken, Riedgras, Azaleen und Kalmusse, Ammern, Bachstelzen, Raben, Meisen und Grasmücken.

Senjōgahara bedeutet wörtlich Schlachtfeld. Dieser Name geht auf einen Mythos zurück. Danach sollen der Gott des Berges Nantai und der Gott des Berges Akagi um die fruchtbare Ebene zwischen den Bergen gekämpft haben. Nantai kämpfte mit einer Armee aus Riesenschlangen, die Armee des Akagi betsand aus Riesentausendfüßler. Das Kriegsglück schien auf der Seite Akagis zu liegen, der so clever war Reiskörner auszustreuen, auf denen die Schlangen sich nicht fortbewegen konnten. In seiner Not verwandelte sich Nantai in einen weißen Hirschen und lockte auf diese Weise einen einen berühmten Meister des Bogenschießens zum Schlachtfeld. Dort bat er den Meister um Unterstützung. Dank seiner Hilfe gewann Nantai die Schlacht um die Hochebene, die aber durch den Kampf unfruchtbar wurde – es wächst kein Reis mehr. Das im Kampf geflossene Blut färbte den Boden des Hochmoores rot (sehr eisenhaltig). Dafür wurde dann ausführlich am „Shōdogahama“ („Strand des Sieges“) direkt am Chūzenji See gefeiert – dort legt heute der Dampfer an, mit dem man bis zum Ort Chūzenji weiterfahren kann.

In Chūzenji angekommen, sollte man noch einen Blick auf den Kegon-Wasserfall werfen, mit knapp 100m der dritthöchste Japans. Er liegt ca. 300m vom See weg. Hat man Glück, kann man einige Maquaqen auf dem Weg treffen, die sich schon ziemlich an den Touristenrummel gewöhnt zu haben scheinen!

Will man nach Tōkyō noch zurückkehren, sollte man um spätestens ca. 16 Uhr 30 mit dem Bus nach Nikkō zurückkehren, denn selbst mit einem guten Zuganschluss ist man sonst nicht vor 20 Uhr in Tōykō!

Ich habe eine sehr schematische Übersichtskarte angefertigt, die eine erste Orientierung bietet und auch reichen sollte, denn verlaufen kann man sich um den Chūzenji See herum nicht! Tut mir leid, trotz mehrfacher Versuche ist die Qualität sehr schlecht…

P.: : Ich war auch schon Ende April oben – da lag noch so viel Schnee, dass man den Wanderweg nicht gehen konnte. Erst ab Mai…

Sollten Sie Interesse an einer Reise durch Tohoku und Nordjapan haben, schauen Sie doch einmal unter

http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_fortgeschrittene.php

17.09.2008

Osorezan (恐山)

Der Osorezan liegt auf der Shimokita-Halbinsel, einer axtförmigen Halbinsel, die sich an der äußersten Nordostspitze Honshū’s befindet. Der Berg selber ist knapp 900m hoch, und der Bodaiji-Temple (菩提寺, auch Entsuji genannt), der zur Sōtō-Zen-Richtung gehört, liegt an einem Kratersee (dem Usori-See), der mit seinen schwefelhaltigen Untergrund nicht wenig zur Atmosphäre beiträgt.

 

Gegründet wurde der Tempel vor ca. 1200 Jahren von dem Mönch En’nin, nachdem er während einer Studienreise nach China einen Traum hatte. Darin wurde er von einem Mönch beauftragt, 30 Tagesreisen nördlich von Kyōto an einem heiligen Berg eine Statue der Jizō-Boddhisatva zu schnitzen und den Buddhismus zu predigen.

Der Usori-See liegt im Zentrum des heiligen Gebietes um den Osrezan; umgeben ist er von acht Bergen, die wie die Blätter eines Lotus den See umgeben und somit die Welt Buddhas symbolisieren.  Um den See herum gibt es (angeblich, ich habe sie nicht nachgezählt!) 108 (Matsch-)Löcher im Boden, die durch die vulkanische Aktivität vor sich hinsprudeln und giftig aussehen – das entspricht natürlich den 108 weltlichen Begehren und den diesen entsprechenden 108 Höllen.

Der relativ weiße Sand am Strand des Sees, mit den Bergen und den sich ändernden Wasserfarben soll das Paradies wiederspiegeln. Und es gibt noch eine Verbindung zwischen der Jizō-Statue, die En’nin schnitzen sollte und dieser etwas „höllischen“ Umgebung: Jizō nimmt auf sich selbst die Höllenschmerzen, um anderen die ihren zu erleichtern und ihnen den Weg ins Paradies zu eröffnen. Dies gilt ganz besonders für früh verstorbene Kinder, für die die Hinterbliebenen kleine Windräder aufstellen und damit auch hoffen, Jizō die Kinderseele ans Herz zu legen.

 

So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass der Osorezan eines der ganz wichtigen buddhistischen Zentren Japans ist und als einer der drei Geisterberge (Osorezan, Kōya-san, Hiei-zan) gilt. 

Die etwas gespenstische Atmosphäre wird noch verstärkt, wenn die Tagesgäste nach Hause gefahren sind und man außerhalb des Tempels von der tiefen Stille dieses abgelegenen Ortes umgeben ist und vielleicht am kleinen Sanzu-Fluß steht, der hier in etwa die Rolle des Styx einnimmt.

 Aber es gibt noch einen weiteren Faktor, der den Osorezan zu seiner besonderen Atmosphäre verhilft, auch wenn dies nur sehr gelegentlich der Fall ist: zweimal im Jahr kommen die „Itako“ – häufig blinde Schamaninen, die gerade hier, am Eingang zur Hölle, für die Hinterbliebenen versuchen, mit den Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Sie schlagen auf dem großen Tempelvorplatz ihre Zelte auf und gläubige JapanerInnen versuchen dann, durch die in Trance fallenden Itako zu erfahren, ob sie etwas für sie tun können – oder ob sie die Erbrechtsfrage anders klären sollten. 

Seit alters her sind Pilger zum Osorezan gekommen, die in den alten Gebäuden der Tempelanlage untergebracht wurden. Hier hat sich allerdings sehr viel geändert: seit drei Jahren gibt es ein neues Gästehaus, in dem man sich, hat man es einmal betreten, eher wie ein Raumschiff vorkommt, so großzügig, luxuriös und vornehm ist Neubau geraten.

(Übernachtung 12.000 Yen, mit – hervorragendem – vegetarischem Essen).

Zur Anreise: Ab Aomori oder von Hachinohe mit der JR bis Noheiji, von dort weiter bis Mutsu-Tanabu. Aus dem Bahnhof, über die Bundesstrasse, 200m geradeaus ist auf der linken Seite jetzt ein Busbahnhof, von wo aus Busse direkt zum Osorezan fahren (45 Min., 750 Yen)

 

 

 

 

 

Noch einige Bilder, um die Atmosphäre zu vermitteln:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Osorezan habe ich auch in meine Reise

http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_fortgeschrittene.php eingebaut – schauen Sie doch einmal!

Hatte die Bezeichnung „Otaku“ früher nur negativen Beigeschmack – verbunden mit  Comic-lesenden, unsportlichen, unter- oder übergewichtig Stubenhockern, Brillenträgern, oder gar mit der Vorstellung vom Serienmörder Tsutomu Miyazaki – , so wird das Wort heute im Wesentlichen mit jemandem verbunden, der besonders intensiv, vielleicht sogar besessen  einem Hobby, einer Leidenschaft frönt und wird nicht mehr nur auf Comics bezogen. So gesehen würde ich mich auch als „Otaku“ bezeichnen, wobei meine Obsession Reisen in Japan ist! Daher soll mein Blog allen Interessierten Informationen zu Japan-Reisen zur Verfügung stellen.  Nach und nach möchte ich Artikel einstellen, die anschaulich eine meiner Meinung nach besonders schöne Ecke Japans vorstellen sollen, nach Möglichkeit auch mit Bildern und Karten.

 Da niemand alles wissen kann, würde ich mich über jede Art von konstruktiven Anregungen, Hinweisen und Kommentaren freuen, zu denen ich hiermit herzlich einladen möchte!

Viel Spaß

Wolfgang

Hotei Japan Reisen

Kategorien