Krater des Karakuni-dake mit Blick auf Ebinokōgen (noch hinter der Bergwand, links vom See und das Tal von Kōbayashi
Der Kirishima-Nationalpark ist ein landschaftlich wunderschöner, leider mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur etwas schwierig zu erreichender Park im Süden von Kyūshū. Von den Gipfeln, die man am besten von Ebinokōgen besteigen kann, hat man bei schönem Wetter eine fantastische Aussicht, gen Norden bis zum Aso-Vulkan, gen Süden über die Bucht von Kagoshima zum Sakurajima-Vulkan, der sich fast kreisrund aus der Kagoshima-Bucht erhebt, wie auf dem folgenden Bild andeutungsweise zu erkennen ist:

Es gibt zwei Möglichkeiten, nach Ebinokōgen, dem Ausgangspunkt der Vulkanwanderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Die eine ist über Miyazaki – ab Miyazaki mit einem Bus (oder dem Zug, ca. eineinhalb Stunden) bis Kōbayashi, und mit einem Bus weiter bis Ebinokōgen. Ab Kōbayashi braucht der Bus ca. 50 Minuten bis in das Hochtal von Ebinokōgen, wo man drei, vier Übernachtungsmöglichkeiten findet (u.a. auch einen Campingplatz). In Ebinokōgen ist man dann schon auf etwas über 900m Höhe.
Die zweite Möglichkeit der Anreise ist ab Kagoshima mit dem Zug bis Kirishima-jingu, von dort mit dem Bus weiter bis Takachihogawara/Ebinokōgen. Ein Problem früher war, dass die Grenze zwischen der Kagoshima- und Miyazaki-Präfektur genau zwischen Ebinokōgen und Kirishima-Jingu verläuft, weshalb es praktisch keinen „grenzüberschreitenden“ Busverkehr gab. Aber inzwischen gibt es zumindest auch Busse von Takachihogawara nach Ebinokōgen, wobei die (je nach Schrittgeschwindigkeit) ca. 6-stündige Vulkanwanderung am Besten in Ebinokōgen begonnen wird und man am Ende von Takachihogawara aus dann mit dem Bus wieder dorthin zurück fahrt. Man sollte also dort zwei Nächte bleiben.
Blick auf den Karakuni-dake vom Shinmoe-dake ausIch bin meistens so gegen halb neun von Ebinokōgen losgelaufen – wobei man gleich mit dem längsten Aufstieg beginnt, der aber zu dieser Tageszeit noch bequem zu machen ist. Noch knallt die Sonne nicht so und die Temperaturen sind angenehm. Für die 800m Höhenunterschied braucht man etwas eineinhalb Stunden und erreicht sann gegen 11 Uhr den Gipfel des Karakuni-dake.
Vom Karakuni-dake geht es hinunter in eine Senke, bevor der Aufstieg zum Shishiko-dake beginnt (1.428m),
wobei der Anstieg aber nur ca. 200 Höhenmeter beträgt. Für den Ab- und Aufstieg braucht man ca. 40 Minuten. Zwei weitere Ab- und Aufstiege folgen: zuerst zum Shinmoe-dake (1.421m, ca. 40 Min.), dann zum Nakadake (1.354m, ca. eine Stunde).Schon im Mai sticht die Sonne erbarmungslos – man sollte unbedingt eine Kopfbedeckung haben, da es praktisch keinen Schatten gibt, und gute Wanderschuhe, da z.B. der Abstieg vom Karakuni-dake stellenweise über ein Lavageröllfeld geht und anschließend in einem Bachbett hinunter (das nach Regen zur Rutschbahn wird).
Für den Abstieg vom Naka-dake nach Takachihogawara benötig man ca. eine Stunde; er ist an manchen Stellen etwas steil, und der letzte Teil durch einen angelegten Park anstrengend wegen lauf-unfreundlichen Pflasterung.
Wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, ist man – je nach Jahreszeit – nicht unbedingt alleine. Zur Zeit der Schulausflüge (im Mai z.B.) begegnet man ganzen Schulklassen, die zumindest von Takachiho aus auf den Naka-dake steigen.

Das nächste Bild zeigt den Takachiho-mine, ein Berg, auf den man nur von Besucherzentrum in Takachihogawara aus steigen kann.

Dieser Berg war früher Ziel vieler Pilger, da auf dem Gipfel ein kleiner Schrein steht. Der Berg wird als Heiligtum verehrt, weil die Legende erzählt, dass Ninigi-no-Mikoto, Enkel der Sonnengöttin Amaterasu, dort auf die Erde herabstieg. Ninigi’s Urgroßenkel wurde unter dem Namen Jimmu der erste Kaiser Japans. Der heutige Kirishima-Hauptschrein, in dem Ninigi-no-Mikoto verehrt wird und der zu Füßen des Berges liegt, ist sozusagen vom Berg immer weiter nach unten verlegt worden; während der erste, ursprüngliche Schrein aus dem sechsten Jahrhundert noch auf dem Berg lag, lag der zweite schon in Takachihogawara, und der heutige Hauptschrein erst seit 1715 an seiner jetzigen Stelle.
Kommt man am frühen Nachmittag aus Kōbayashi in Ebinokōgen an, kann man vor dem Abendessen einen sehr schönen kleinen Spaziergang (ca. 2 Stunden) um drei kleinere Vulkanseen herum machen. Hat man Glück und erwischt die Herbstzeit, können sich einem solch fantastischen Aussichten bieten:

Um die Seen herum und im Hochtal sieht man viele Rotzedern, die auch im Nebel und im Schnee eine gespenstische Atmosphäre schaffen. Nach der Wanderung ist es ein unbeschreiblich gutes Gefühl, erst einmal in dem heißen Wasser des japanischen Bades zu versinken!
Die kleine Karte am Ende – gescannt und etwas schlecht zu lesen - gibt einen groben Überblick über die geographischen Verhältnisse.

Die Wanderung in Kirishima ist im Moment nicht in meine Reisen eingebaut - aber wenn Sie Interesse an Kyūshū und Okinawa haben sollten, schauen Sie doch einmal unter
http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_kyushu.php