Sowohl Nikkō als auch der Chūzenji See und die oberhalb von ihm gelegene Hochmoorebene Senjōgahara sind Teil des Nikkō-Nationalparks. Besonders zur Herbstzeit sind der Chūzenji See und Senjōgahara landschaftlich außerordentlich schöne Reiseziele. Um sich in Nikkō den berühmten Tōshōgū-Schrein und die dazugehörigen Anlagen anzusehen und eine ca. 4-stündige Wanderung durch das Hochmoor zu machen benötigt man zwei Tage Zeit – ein schöner Ausflug von Tōykō aus! Man sollte aber bedenken, dass gerade zur Zeit der Herbstfärbung sich auch viele japanische Touristen auf den Weg dorthin machen und sich rechtzeitig eine Übernachtungsmöglichkeit in Nikkō suchen.
Am ersten Tag fährt man von Tōkyō aus nach Nikkō, so dass man am späten Vormittag dort ankommt; nach dem einchecken sollte man sich gleich auf den Weg zum Tōshōgū-Schrein machen, denn die Anlage schließt sehr früh (15 Uhr 30).
Hier soll es jetzt aber nur um den zweiten Tag gehen: einen Ausflug zum Chūzenji See mit einer Wanderung durch das Hochmoor der Senjōgahara-Ebene.
Zuerst einmal: man fährt mit dem Bus ab der Tōbu-Nikkō-Bahnstation zum Yumoto-Onsen (Vorsicht: einige Busse fahren nur bis zum Chūzenji See!) Man sollte früh fahren (gegen acht Uhr, halb neun) und am Bahnhof einsteigen, da die Busse häufig sehr voll werden und man beim späteren Einsteigen keinen Sitzplatz mehr bekommt. Die Fahrt bis zum Yumoto-Onsen dauert etwa eineinhalb Stunden und führt von ca. 500m über Meereshöhe bis auf ca. 1.400m hinauf – über 48 Haarnadelkurven (Irohazaka) erst zum Chūzenji See (1.269 m), dann am See entlang und weiter hinauf zum Onsen.
Dort beginnt die Wanderung. Von der Endhaltestelle läuft man zu dem kleinen See, den man schon vom Bus aus sieht, den Yūnoko zurück. Man sollte ihn rechts herum umlaufen (viel schöner als links herum an der nahe gelegenen Straße). Nach ca. 30 Minuten kommt man an den ersten von drei Wasserfällen, den Yudaki-Wasserfall, der ca. 70m in die Tiefe stürzt.
Von der Straße (auf die man nach der Umrundung kurz stößt) geht es hinuter zum Fuß des Wasserfalls und wie man sehen kann, ist man nicht ganz allein…
Von dort führt der Weg (ausgeschildert) durch das eigentliche Senjōgahara-Hochmoor, häufig auf Holzbohlen.
Das Senjōgahara ist ein über 400 Hektar großes Sumpfgebiet, das etwa 1400 Meter über dem Meeresspiegel. Das Gebiet wird von mehreren Bergen (Nantai, Taro, Sannoboushi, Mitsudake, und so weiter) umringt. Unterwegs sieht man Lärchen, Ulmen und Birken, Riedgras, Azaleen und Kalmusse, Ammern, Bachstelzen, Raben, Meisen und Grasmücken.
Senjōgahara bedeutet wörtlich Schlachtfeld. Dieser Name geht auf einen Mythos zurück. Danach sollen der Gott des Berges Nantai und der Gott des Berges Akagi um die fruchtbare Ebene zwischen den Bergen gekämpft haben. Nantai kämpfte mit einer Armee aus Riesenschlangen, die Armee des Akagi betsand aus Riesentausendfüßler. Das Kriegsglück schien auf der Seite Akagis zu liegen, der so clever war Reiskörner auszustreuen, auf denen die Schlangen sich nicht fortbewegen konnten. In seiner Not verwandelte sich Nantai in einen weißen Hirschen und lockte auf diese Weise einen einen berühmten Meister des Bogenschießens zum Schlachtfeld. Dort bat er den Meister um Unterstützung. Dank seiner Hilfe gewann Nantai die Schlacht um die Hochebene, die aber durch den Kampf unfruchtbar wurde – es wächst kein Reis mehr. Das im Kampf geflossene Blut färbte den Boden des Hochmoores rot (sehr eisenhaltig). Dafür wurde dann ausführlich am „Shōdogahama“ („Strand des Sieges“) direkt am Chūzenji See gefeiert – dort legt heute der Dampfer an, mit dem man bis zum Ort Chūzenji weiterfahren kann.
In Chūzenji angekommen, sollte man noch einen Blick auf den Kegon-Wasserfall werfen, mit knapp 100m der dritthöchste Japans. Er liegt ca. 300m vom See weg. Hat man Glück, kann man einige Maquaqen auf dem Weg treffen, die sich schon ziemlich an den Touristenrummel gewöhnt zu haben scheinen!
Ich habe eine sehr schematische Übersichtskarte angefertigt, die eine erste Orientierung bietet und auch reichen sollte, denn verlaufen kann man sich um den Chūzenji See herum nicht! Tut mir leid, trotz mehrfacher Versuche ist die Qualität sehr schlecht…
P.: : Ich war auch schon Ende April oben – da lag noch so viel Schnee, dass man den Wanderweg nicht gehen konnte. Erst ab Mai…
Sollten Sie Interesse an einer Reise durch Tohoku und Nordjapan haben, schauen Sie doch einmal unter
http://www.hotei-japan-reisen.de/rundreisen_fortgeschrittene.php
Geschrieben von: bauer
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