10.05.2009

Manga Museum Kyoto

Für die Manga-Fans ist ein neues Reiseziel in Japan hinzugekommen: das Manga Museum in Kyoto, das 2006 seine Pforten geöffnet hat!

Untergebracht in einem ehemaligen Schulgebäude, das von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde,  wird das Mangamuseum inhaltlich von der Manga-Forschungsabteilung der Seika-Universität in Kyoto geleitet, die es seit 36 Jahren gibt. Nun ist sogar geplant, dass man ab 2013 im “Fachbereich Manga” promovieren kann! Aber jetzt soll erst mal weiter der Bereich Manga erforscht werden, wobei die Sichtweise der Museumsleitung die ist, dass Manga nicht (wie die europäischen Comics) im eigentlichen Sinn als Kunstprodukte gesehen werden, sondern als integraler Bestandteil des japanischen Lebens, mit dem man/frau aufwächst, wobei die Manga einen “Gebrauchsgegenstand” bilden - der wie andere Verbrauchsprodukte nach Gebrauch weggeschmissen wird. Alleine schon die billige und schnelle Produktion der Mangas in Japan unterstützt diese Sichtweise: ist ein Manga im Studio mit Assistenten innerhalb einer Woche geschrieben/gezeichnet, so benötigt die Erstellung eines Comics in Deutschland im Schnitt ein Jahr! Professionelle Mangazeichner gibt es in Japan ca. 30.000 - und nur der kleinste Teil davon kann hinreichend davon leben, während ein paar Berühmtheiten alleine schon von den Lizenzgebühren früherer Produktionen mehr als genug zum Leben haben.

Das Museum hat bis jetzt ca. 300.000 Mangabände gesammelt, wobei die ältesten Exemplare bis zu den Ukiyo-e zurückreichen. Ca. 20.000 der Bände sind ausländischer Herkunft, rund 50% davon aus den USA. Auch die Präsenzbibliothek ist gut ausgestattet, so dass die Zeit dort sehr kurzweilig wird!

Die Museumsleitung ist sehr darauf aus, die ganze Einrichtung nicht zu einer staubtrockenen Gelehrtenanstalt werden zu lassen: es finden viele Workshops statt, in denen z.B. Einführungen in das Mangazeichnen stattfinden, oder Ausstellungen und Seminare und zweimal im Monat findet auf der Wiese vor dem Museum Cosplay statt. Der Eintritt wird absichtlich neidrig gehalten (500 Yen), und das Museum ist leicht mit der U-Bahn vom Kyotoer Bahnhof aus zu erreichen.

http://www.kyotomm.jp/

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